Aktuelle Nachrichten: Gemeinde Birenbach

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Würdevolles Gedenken am Volkstrauertag

Autor: Manuel Klostermann
Artikel vom 19.11.2019

Grau, nass und kalt zeigte sich der Himmel am vergangenen Sonntag. Doch trotz des ungemütlichen Wetters fanden sich zahlreiche Besucher zum jährlichen Gedenken anlässlich des Volkstrauertags auf dem Birenbacher Friedhof ein. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Frank Ansorge und einem festlichen Choral des Musikvereins sprach in diesem Jahr Pfarrer Karl Wahl von der Katholischen Kirche die Andacht.

In dieser ging Pfarrer Wahl der Frage nach, warum der Volkstrauertag heute noch begangen wird. Denn einige Menschen würden den Volkstrauertag ablehnend bis skeptisch sehen und sich fragen, warum man an die Kriege alljährlich erinnere. Das jährliche Gedenken am Volkstrauertag geschehe vor allem aus zwei Gründen: Zum einen aus Pietät den Opfern gegenüber um ihnen ein würdevolles Andenken zu bereiten, zum anderen aber auch aus eigenem Interesse. Denn niemand könne sich von dem entkoppeln, was einmal war. Kein Mensch und kein Volk könne ungestraft der eigenen Vergangenheit weglaufen. Daher sei es wichtig, diesen Tag zu begehen.

Pfarrer Wahl gab auch zu bedenken, dass heute viele Menschen Angst vor der Zukunft, Angst vor Krankheiten, dem ökologischen Kollaps oder vor dem finanziellen Crash hätten. Dies seien Alarmsignale, dass etwas Lebensnotwendiges fehlen würde, denn Selbstvertrauen und die Hoffnung in die Zukunft könnten nicht einfach erlangt werden. Sie seien viel mehr Geschenke eines festen Glaubens an Gott.

Auch an den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen vor über 80 Jahren, der im weiteren Verlauf des 2. Weltkrieges über 60 Millionen Todesopfer forderte erinnerte Pfarrer Wahl in seiner Andacht. Krieg und Terror würden nicht einfach aus heiterem Himmel ausbrechen. Jeder Krieg und Gewaltakt sei ausgedacht, geplant und könne vor allem nicht einfach entschuldigt werden. In diesem Jahr solle auch nicht vergessen werden, dass vor 81 Jahren in der Nacht vom 09. auf 10. November in der Reichsprogromnacht rücksichtslos und systematisch 1400 jüdische Gotteshäuser zerstört, jüdische Friedhöfe geschändet und tausende Menschen jüdischen Glaubens ermordet wurden. Und auch anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren müsse man an die zahlreichen Toten denken, die den Weg von Ost nach West gesucht haben und dabei ihr Leben verloren haben. All diese Menschen seien nicht vergessen, denn Gott würde jeden einzelnen Menschen liebe. Auch die Namenslosen und die Vergessenen.

Und auch die diesjährigen Konfirmanden brachten sich beim diesjährigen Volkstrauertag ein. Mit Denk-Mal-Sätzen erinnerten sie eindrucksvoll an die vielen gefallenen im Krieg gefallenen Soldaten und die Millionen Kinder, die ohne Väter aufgewachsen sind. Auch heute seien noch über 60 Millionen Menschen auf der Welt wegen Krieg auf der Flucht, wie bspw. in Syrien, wo seit 2011 gekämpft wird. Aber es gäbe auch Hoffnung: Die Menschen hier haben erlebt, wie aus Tränen Hoffnung wurde und Menschen in Europa heute ohne Grenzen reisen können und es immer wieder Menschen gibt, die sich gegen Krieg und Gewalt engagieren.

Nach einem gemeinsamen Gebet legten Bürgermeister Frank Ansorge und Günter Ehmann für den VdK einen Kranz am Denkmal der im Krieg Gefallenen nieder, begleitet durch das Stück „Ich hatte einen Kameraden“ vom Musikverein Birenbach. Umrahmt wurde der diesjährige Volkstrauertag durch die Stücke „Wo du hingehest, da will auch ich hingehen“ von Eugen Hildach und „So ihr mich von ganzem Herzen suchet“ von Felix Mendelssohn Bartholdy – eindrucksvoll und einfühlsam vorgetragen von Pia Schäfer-Mayer und Hubert Mayer am Piano.  

Die Gemeinde Birenbach bedankt sich bei allen Beteiligten für das würdevolle Gedenken am Volkstrauertag, insbesondere auch beim TV Birenbach für die Fahnenabordnung.

Erstellt am 19.11.2019 - 8.10 Uhr

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